Wahl 2026 – Programm – 2.Wirtschaft, Arbeitsplätze und Finanzen

2.1 Wirtschaft und Arbeitsplätze

Karlsfeld ist die flächenärmste Gemeinde im Landkreis Dachau. Eine großflächige Ausweitung von Gewerbegebieten ist daher weder möglich noch sinnvoll. Gleichzeitig sind wohnortnahe Arbeitsplätze, eine funktionierende Nahversorgung und eine stabile lokale Wirtschaft wichtige Grundlagen für Lebensqualität, kurze Wege und eine nachhaltige Entwicklung unserer Gemeinde.

Das Bündnis für Karlsfeld setzt sich für eine qualitative und nachhaltige Wirtschaftspolitik ein, die den besonderen Rahmenbedingungen Karlsfelds gerecht wird. Im Mittelpunkt steht die Stärkung des lokalen Mittelstands, der verantwortungsvolle Umgang mit den knappen Flächen und eine wirtschaftliche Entwicklung, die nicht zu zusätzlichen Belastungen für Verkehr, Umwelt und Infrastruktur führt. Um Arbeitsplätze vor Ort zu sichern, setzen wir vorrangig auf die Weiterentwicklung bestehender Gewerbegebiete, insbesondere durch Nachverdichtung und Modernisierung, sowie die Entwicklung der Gewerbestandorte am Bahnhof Karlsfeld West (Erl-Bau) und des Ludl-Geländes (Anna-Quartier). Neue oder freiwerdende Gewerbeflächen sollen bevorzugt an ortsansässige mittelständische Betriebe vergeben werden. Gewerbliche Entwicklungen unterstützen wir nur dann, wenn sie verkehrsverträglich umgesetzt werden können.

Ergänzend halten wir kommunale Unternehmen für ein sinnvolles Instrument, um zentrale Aufgaben der Daseinsvorsorge langfristig abzusichern – etwa im Bereich Wohnen oder Energie. Beteiligungen oder Neugründungen sollten jedoch nur dort geprüft werden, wo sie wirtschaftlich tragfähig sind, klar definierte Ziele verfolgen und transparent durch den Gemeinderat kontrolliert werden. Kommunale Unternehmen sollen private Angebote ergänzen und dazu beitragen, Wertschöpfung in öffentlicher Hand zu halten.

Die Gemeinde Karlsfeld verfügt zudem über eine eigene Wirtschaftsförderung als zentrale Anlaufstelle für Unternehmen und Gründerinnen und Gründer. Diese Arbeit wollen wir stärken und weiterentwickeln. Dazu gehört auch, die Wirksamkeit der Wirtschaftsförderung künftig anhand geeigneter Kennzahlen regelmäßig zu überprüfen, um Angebote gezielt zu verbessern und Erfolge transparent zu machen. Wir stehen für eine Wirtschaftspolitik, die Arbeitsplätze sichert, die Lebensqualität erhält und Gestaltungsspielräume für kommende Generationen bewahrt.

Wir setzen uns ein für:

  • eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung mit Qualität statt Flächenverbrauch
  • die Stärkung des lokalen Mittelstands und wohnortnaher Arbeitsplätze
  • eine verkehrsverträgliche Gewerbeentwicklung und den Schutz von Freiflächen
  • eine proaktive Wirtschaftsförderung, die sichtbar ist und messbar wirkt, sodass die Einnahmen aus Gewerbesteuer stetig steigen

Das Bündnis für Karlsfeld stehen für eine Wirtschaftspolitik, die Arbeitsplätze sichert, die Lebensqualität erhält und Gestaltungsspielräume für kommende Generationen bewahrt.

2.2 Finanzen

Wie allgemein bekannt ist, steht die Gemeinde Karlsfeld vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Diese haben in den vergangenen Jahren bereits zu spürbaren Einschnitten geführt, etwa zur Schließung des Hallenbads. Aus unserer Sicht lassen sich die Ursachen dafür klar benennen.

Zum einen werden den Kommunen durch Bund und Länder zunehmend neue Aufgaben übertragen, ohne dass dafür eine auskömmliche finanzielle Ausstattung bereitgestellt wird. Diese strukturelle Unterfinanzierung betrifft nicht nur Karlsfeld, sondern nahezu alle Gemeinden.

Zum zweiten hat Karlsfeld in Zeiten außergewöhnlich hoher Gewerbesteuereinnahmen große Infrastrukturprojekte wie das Hallenbad oder das Bürgerhaus realisiert. Diese Einrichtungen sind zwar wichtig für das Gemeindeleben, lassen sich bei durchschnittlichen Einnahmen jedoch nur mit erheblichem finanziellem Aufwand dauerhaft betreiben.

Drittens sind die Möglichkeiten zur Erhöhung der Gewerbesteuereinnahmen in Karlsfeld begrenzt. Aufgrund der Lage im regionalen Grünzug und der vergleichsweise kleinen Gemeindefläche ist eine nennenswerte Ausweitung von Gewerbegebieten nur eingeschränkt möglich.

Diese Faktoren führen dazu, dass steigende Einnahmen regelmäßig durch steigende Ausgaben aufgezehrt werden – insbesondere durch wachsende Personalkosten und die steigende Kreisumlage. Positiv ist, dass der hohe Schuldenstand aus dem Neubau der Grundschule an der Krenmoosstraße schrittweise abgebaut wird. Dennoch bleibt der finanzielle Spielraum gering. Notwendige Investitionen, etwa in die Sanierung der Mittelschule oder des Bürgerhauses, müssen weiterhin streng priorisiert und zeitlich klug geplant werden.

Ziel unserer Finanzpolitik ist es, die kommunale Handlungsfähigkeit dauerhaft zu sichern und trotz begrenzter Mittel notwendige Investitionen zu ermöglichen.

Dafür setzen wir auf eine professionelle, transparente und vorausschauende Haushaltssteuerung. Pflichtaufgaben sollen effizient organisiert werden, bevor Einsparungen bei freiwilligen Leistungen erfolgen. Dazu gehören klare Zuständigkeiten, der Einsatz von Kennzahlen, der Vergleich mit anderen Kommunen sowie eine kontinuierliche Überprüfung von Prozessen und Kostenstrukturen.

Freiwillige Leistungen wollen wir strategisch priorisieren und dort, wo es sachgerecht ist, kostendeckend ausgestalten. Leistungen, die zusätzlichen Aufwand verursachen, sollen transparent bepreist werden. Öffentliche Flächen, etwa Parkräume, sollen so bewirtschaftet werden, dass laufende Kosten für Pflege, Unterhalt und Betrieb angemessen gedeckt werden.

Ein zentraler Baustein ist zudem der verantwortungsvolle Umgang mit dem kommunalen Vermögen. Gebäude, Grundstücke und technische Anlagen sollen regelmäßig daraufhin überprüft werden, ob sie sinnvoll genutzt, besser ausgelastet oder weiterentwickelt werden können. Untergenutztes oder nicht betriebsnotwendiges Vermögen darf kein dauerhafter Kostenfaktor bleiben.

Wir setzen außerdem auf eine konsequente Kostentransparenz. Einnahmen und Ausgaben sollen klar zugeordnet, regelmäßig überprüft und nachvollziehbar dargestellt werden. Gebühren, Mieten, Pachten und Entgelte müssen regelmäßig an Kosten- und Marktentwicklungen angepasst werden. Ziel ist nicht kurzfristiges Sparen, sondern ein bewusster Umgang mit öffentlichen Mitteln, der langfristig Stabilität schafft.

Große Bedeutung messen wir der strategischen Nutzung von Fördermitteln bei. Förderprogramme von Land, Bund und EU sollen frühzeitig identifiziert, professionell beantragt und konsequent abgerufen werden. Die dafür notwendigen organisatorischen und fachlichen Voraussetzungen wollen wir gezielt stärken.

Zur Entlastung des Gemeindehaushalts setzen wir zudem auf interkommunale Zusammenarbeit, insbesondere bei Verwaltungsaufgaben, die nicht zwingend ortsgebunden sind. Gemeinsame Lösungen können Qualität sichern und gleichzeitig Kosten senken.

Auch die Gemeindeverwaltung selbst soll weiter modernisiert werden. Durch Digitalisierung, Automatisierung und den gezielten Einsatz neuer Technologien können Prozesse effizienter gestaltet, Personalkosten begrenzt und der zunehmende Fachkräftemangel abgefedert werden.

Auf der Einnahmenseite setzen wir auf den Erhalt der hohen Wohn- und Lebensqualität, da sie die Grundlage stabiler Einkommensteuereinnahmen bildet. Ergänzend wollen wir die Gewerbesteuereinnahmen durch die gezielte Förderung und Ansiedlung von Betrieben im bestehenden Gewerbegebiet, in den Entwicklungsbereichen Karlsfeld West am Bahnhof, im Ludl-Gelände sowie im geplanten Gewerbegebiet an der Schleißheimer Straße sichern und moderat ausbauen.

Zusätzliche Einnahmemöglichkeiten, etwa durch die Bewirtschaftung gemeindeeigener Parkflächen, wollen wir verantwortungsvoll prüfen und nutzen. Darüber hinaus halten wir Beteiligungen an Energieprojekten im Bereich erneuerbarer Energien über ein kommunales Unternehmen für sinnvoll, sofern sie wirtschaftlich tragfähig sind und langfristig zur Stabilisierung der Gemeindefinanzen beitragen.

Wir setzen uns ein für:

  • eine verlässliche Haushaltsführung, die die Handlungsfähigkeit der Gemeinde langfristig sichert
  • klare Prioritäten bei Investitionen, damit wichtige Einrichtungen erhalten und sinnvoll saniert werden können
  • einen sparsamen und transparenten Umgang mit Steuergeldern, bevor freiwillige Leistungen eingeschränkt werden
  • zusätzliche Einnahmen ohne Flächenverbrauch, z. B. durch gezielte Gewerbeförderung, Fördermittel und faire Gebühren
  • moderne und effiziente Verwaltung, die durch Digitalisierung und Zusammenarbeit Kosten senkt und Service verbessert

Das Bündnis für Karlsfeld folgt der Finanzpolitik nach dem klaren Grundsatz: Nicht kurzfristige Effekete  – sondern langfristige Stabilität, Transparenz und Handlungsfähigkeit stehen im Mittelpunkt.