
- Prolog / Karlsfeld 2.0 / Gemeindefinanzen 2.0
- A. Stadtstruktur und Siedlungsentwicklung
- 1. Gutes Wohnen in jedem Alter
- 2. Wirtschaft, Arbeitsplätze und Finanzen
- 3. Energieversorgung und Wasser
- 4. Bildung und Kultur
- 5. Soziale Infrastruktur und Teilhabe
- 6. Gesundheit und Pflege
- 7. Umwelt- und Naturschutz
- 8. Freiraum und Grünflächen
- 9. Digitalisierung und Smart City
- 10. Mobilität und Verkehr
- B. Klimaschutz und Klimafolgenanpassung
3.1 Energie
Die Kommune ist verantwortlich für viele Aufgaben der Daseinsvorsorge, unter anderem auch für die Energieversorgung der Bevölkerung. Im Jahr 2026 reicht jedoch die reine Versorgung nicht mehr aus, weil der Bereich Energie eng verknüpft ist mit dem Thema Klimaneutralität und Kosten für Privathaushalte, Wirtschaftsunternehmen und die Gemeindeverwaltung selbst. Das Bündnis für Karlsfeld will konsequent alle Möglichkeiten der Dekarbonisierung nutzen, die wirtschaftlich darstellbar sind. Erfreulicherweise haben die politisch Verantwortlichen in den vorangegangenen Jahren bereits einen soliden Grundstein gelegt, um Karlsfeld klima-optimiert mit Wärme zu versorgen, indem ein großes Wärmenetz verlegt wurde, das im Wesentlichen mit Wärme aus einer zentralen Hackschnitzelanlage versorgt wird.
Wir sind wie alle anderen Kommunen gesetzlich verpflichtet, bis im Jahr 2040 klimaneutral zu werden, das bedeutet, dass bestenfalls keine Treibhausgase mehr ausgestoßen werden (hier: durch Verbrennung von Erdöl, Erdgas, Kohle) oder unvermeidbare Emissionen durch CO2-Bindung an anderer Stelle kompensiert werden müssen, damit bilanziell Null Emissionen entstehen. Ein weiterer Aspekt ist die lokale und regionale Eigenversorgung. Durch den Krieg gegen die Ukraine ist uns in Europa klar geworden, dass eine unabhängige Versorgung in unserem eigenen Interesse liegt. Wie Anfang 2026 durch den Terroranschlag auf eine Berliner Strom-Hauptleitung klar wurde, ist eine solche Eigenversorgung auch im Katastrophenfall von unschätzbarem Wert.
Zum Juni 2026 tritt überdies eine neue Gesetzgebung in Kraft, die die Bildung sogenannter „Energy Sharing Communities“, also Stromerzeugungs-Gemeinschaften, ermöglicht. Grundidee ist, dass sich lokale Erzeugerinnen und Erzeuger von Sonnenstrom mit Überschüssen gegenseitig beliefern können, ohne dazu vollumfängliche Pflichten eines Stromversorgers zu haben. Voraussetzung für das reibungslose Funktionieren einer „Karlsfelder Stromgemeinschaft“ ist die flächendeckende Installation von Smart Meters, also intelligenter (internet-verbundener) Stromzähler. Diese ermöglichen die Messung von Erzeugung, Lieferung und Einspeisung in der benötigten Genauigkeit, um die Abrechnung untereinander zu gewährleisten.
Wir setzen uns ein für:
- den weiteren Ausbau der Fernwärme mit Anschluss an die Geothermieanlagen in und um Karlsfeld
- die energetische Sanierung aller gemeindlichen Gebäude, die Reduzierung des CO2-Ausstoßes des gemeindlichen Fuhrparks und den Einsatz von Elektrobussen
- den Bau von Solardächern und -fassaden bei allen Neubauten und bei allen Sanierungen von Bestandsgebäuden der Gemeinde, die Überdachung großer Parkplätze mit Solardächern und die Installation von Freiflächen-Solar-Anlagen auf den durch die Standortanalyse ausgewiesenen Vorrangflächen
- den Bau netzdienlicher Stromspeicher (wenn möglich im Gewerbegebiet)
- die zügige Umrüstung aller Stromzähler auf Smart Meters, auch in allen gemeindeeigenen Liegenschaften
3.2 Wasser
3.2.1 Sicherstellung der Trinkwasserversorgung
Über die Gemeindewerke tragen wir die Verantwortung für eine verlässliche Trinkwasserversorgung. Bevölkerungswachstum und neue Gewerbeansiedlungen führen zu einem steigenden Wasserbedarf. Gleichzeitig ist die Förderung von Trinkwasser aus unseren Tiefbrunnen bereits heute begrenzt und wird voraussichtlich durch übergeordnete Behörden weiter eingeschränkt.
Wir setzen uns ein für:
- die Nutzung von Regenwasser und oberflächennahem Grundwasser zur Brauchwasserversorgung (z. B. Toilettenspülung) bei neuen großen Bauprojekten, etwa im neuen Gewerbegebiet an der Schleißheimer Straße
- den konsequenten Schutz des Grundwassers mit dem Ziel, langfristig auch die oberen Grundwasserschichten wieder für die Trinkwasserversorgung nutzen zu können
- die Erneuerung sowie nach Bedarf die Erweiterung des Wasserwerks und des Rohrleitungsnetzes
- die Sicherung der Wasserversorgung in kommunaler Hand
- die Entwicklung der Trinkwasserversorgung im Einklang mit Karlsfelds Wachstum
3.2.2 Umgang mit hohen Grundwasserständen
Im Gegensatz zum knappen Trinkwasser stellt ein hoher Grundwasserstand knapp unter der Erdoberfläche in Karlsfeld ein dauerhaftes Problem dar. Überflutete Keller und Tiefgaragen sind die Folge. Aufgrund der geografischen Gegebenheiten lässt sich dieses Problem nicht grundsätzlich beseitigen.
Wir setzen uns ein für:
- eine qualifizierte Beratung der Bevölkerung zum Umgang mit hohen Grundwasserständen
- die Vermeidung des Neubaus von Tiefgaragen; stattdessen sollen bei der Ausweisung neuer Baugebiete oberirdische Quartiersgaragen vorgesehen werden
- die regelmäßige Pflege von Bächen und Gräben, um bei hohen Grundwasserständen die Entwässerung des Gemeindegebiets zu unterstützen
- die Instandsetzung der Straßenentwässerung dort, wo die Versickerung über Gullys erkennbar nicht mehr funktioniert
3.2.3 Hochwasserschutz an der Würm und am Würmkanal
Zusätzlich darf die Gefahr von Überflutungen infolge von Hochwasser der Würm nicht außer Acht gelassen werden. Entsprechende Untersuchungen und Gefahrenkarten liegen vor.
Wir setzen uns ein für:
- eine Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Würm und am Würmkanal, um das Überflutungsrisiko zu reduzieren und dadurch auch die Versicherungsprämien für Anwohnerinnen, Anwohner und Betriebe zu senken





















