Wahl 2026 – Programm – A – Stadtstruktur und Siedlungsentwicklung

Karlsfeld hat sich zu einer modernen Großgemeinde mit mittlerweile ca. 22.000 Einwohnern entwickelt. Je größer Karlsfeld wird, desto mehr fehlt uns eine durchdachte Entwicklung der Gemeinde, wie sie in anderen Gemeinden und Städten als langfristiger Masterplan bereits etabliert wurde.

Das Bündnis für Karlsfeld befürwortet daher die Umsetzung eines integrierten städtebaulichen Entwicklungs-Konzepts („ISEK“) durch ein Fachplanungs-Büro, das infrastrukturellen Bedarf und langfristige Ziele für die Gemeinde skizziert. Der Vorteil eines ISEK liegt darin, dass dies die Voraussetzung für die Beantragung von Fördermitteln aus der Städtebauförderung 1 ist. Dadurch können infrastrukturelle Angebote geschaffen werden (z.B. Orte für Begegnung und Erholung), die die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger verbessern, und zu einem großen Teil durch Zuschüsse finanziert und nicht alleine von der Gemeinde erbracht werden müssen. Diesen Weg haben im Landkreis neben der Stadt Dachau 2 auch bereits die Gemeinden Petershausen 3, Hebertshausen 4 und Erdweg 5 beschritten.

Die Infrastruktur einer Stadt oder Gemeinde muss stets mit der Bevölkerungs-Entwicklung Schritt halten, was bei uns in Karlsfeld optimiert werden kann. Als Folge der Gewerbe- und Quartiers-Entwicklung muss Karlsfeld öffentliche Einrichtungen wie Rathaus, Bauhof, Kinderbetreuung, Gesundheits- und Pflegeangebote vergrößern, ohne dafür die Finanzierung aus eigener Kraft sicherstellen zu können. Wir setzen uns für eine konsequente Beantragung von Fördermitteln ein, und natürlich für die Schaffung der Voraussetzungen dafür, um im Bereich der öffentlichen Infrastruktur nicht in Abhängigkeit von privatwirtschaftlichen Investoren zu geraten.

Von Investoren in neue Quartiere wie beispielsweise das neue Baugebiet „Anna-Quartier“ (ehemaliges Ludl-Gelände) verlangen wir weiterhin vor Baugenehmigung eine vertraglich gesicherte Kostenbeteiligung Infrastruktur an den sozialen und technischen Folgekosten für die Gemeindekasse mit dem so genannten SoBoN-Instrument (sozial gerechte Bodennutzung).

Ein erwartetes Ergebnis des integrierten städtebaulichen Entwicklungs-Konzepts ist auch die Strukturierung der Verkehrsflüsse innerhalb und durch die Gemeinde hindurch in einem langfristigen Plan. Karlsfeld leidet seit Jahren erheblich unter hohem Verkehrsaufkommen und der trennenden Wirkung der großen Verkehrsachsen. Wir suchen nach Lösungen für die Zukunft – für ein lebenswertes Umfeld, in dem man sich gerne aufhält, und dessen Angebote für alle Menschen sicher und bequem zu erreichen sind.

Das Vereinsleben und die Gemeinschaft in der Gemeinde leiden, wenn zu viele Neubürgerinnen und Neubürger gleichzeitig nach Karlsfeld kommen. Die Integrationsfähigkeit darf nicht überfordert werden, damit alle Menschen hier wirklich eine Heimat finden können. Wir wollen nicht zu einer anonymen Stadt werden, wo sich niemand mehr kennt. Daher möchten wir große Neubauprojekte so steuern, dass das Bevölkerungswachstum begrenzt bleibt und die technische und soziale Infrastruktur nicht überfordert wird.

Die Katastrophen- und Notfall-Vorsorge werden wir Schritt für Schritt ausweiten. Die Menschen haben erkannt, dass auch in den gut versorgten Industrieländern jederzeit ein Notfall eintreten und das normale Leben aus den Angeln heben kann. Ohne den Schutz der kritischen Infrastruktur (Energie, Wasser/Abwasser, Telekommunikation, Straßen, Schienen) sind wir sonst als kommunale Gemeinschaft binnen Tagen in existenziellen Schwierigkeiten. Dafür müssen und werden wir Maßnahmen planen und umsetzen, die von Expert:innen empfohlen werden.

Wir setzen uns ein für:

  • die Durchführung eines ISEK1 für den langfristigen Gesamt-Entwicklungsplan in Karlsfeld, damit Fördermittel von bis zu 80% beantragt werden können
  • die konsequente Anwendung der SoBoN-Regelungen2 zur Beteiligung der Investoren an den sozialen und technischen Folgekosten von Neubauprojekten
  • die Freihaltung von Freiräumen für die Entwicklungsmöglichkeiten nachfolgender Karlsfelder Generationen und Schutz der Frischluftschneisen in den Grünzügen
  • den Bau von oberirdischen Quartiersgaragen statt einzelner Tiefgaragen (Stichwort Grundwasser)
  • die kostendeckende Bewirtschaftung gemeindeeigener Parkplätze
  • eine bessere Vorbereitung auf Notfälle und Katastrophen, durch Wissensaufbau, Anschaffungen, Schutzräume, Sicherstellung der Krisenkommunikation und verbesserten Schutz der kritischen Infrastruktur, auch vor Cyberangriffen